Wie China IPv4 zugunsten von IPv6 ablöst

China löst Internet-Protokoll IPv4 durch IPv6 ab

 

Wieder einmal scheint es, dass China es dem Rest der Welt vormacht. Dieses Mal ist es der Umstieg von IPv4 auf IPv6 was das Internet-Protokoll angeht. Dabei werben Experten aus aller Welt bereits seit Jahren für einen Umstieg auf IPv6. In China scheint man diese Experten inzwischen gehört zu haben und nimmt deren wiederholten Argumente endlich ernst und hat es nun in Angriff genommen IPv4 gegen IPv6 zu ersetzen.

Dabei hat es von der Willensbekundung des Staatsrat und des Zentralkomittees der Partei Chinas auch vier Jahre gedauert bis IPv6 nun tatsächlich umgesetzt wird. Denn erstmals war es 2017 als davon die Rede war. Allerdings hat die Geschäftsstelle des Zentralen Ausschusses für Cybersicherheit und Information Ende Juli 2021 das Tempo nun angezogen für einen Umzug von IPv4 auf das moderne IPv6.

 

Forderung an Mobilfunknetzbetreiber sind riesig

 

Die Politik in China hat nun erstmals auch ihre Forderungen an die Mobilfunknetzbetreiber übermittelt. Von diesen fordert die chinesische Führung dass diese den IPv6-Verkehrsanteil bis Ende 2023 auf 50 Prozent anheben sollten und bis Ende 2025 auf 70 Prozent. Auch die Anbieter der kommerziellen und der staatlichen Webseiten müssen sich beeilen. Denn bis 2025 soll IPv6 den bisherigen Protokoll-Standard IPv4 fast vollständig abgelöst haben.

Die Rate soll 95 Prozent betragen bis Ende 2025. Das heißt, nur 5 Prozent Toleranz will die chinesische Führung zulassen. Beim Festnetz gibt die chinesische Regierung eine längere Frist. Bis Ende 2023 müssten dort 15 Prozent und Ende 2025 20 Prozent über IPv6 laufen.

 

Nutzen für Chinas Wirtschaft

 

Der Nutzen des neuen Internet-Protokolls soll sich nach den Plänen der chinesischen Führung in einer rasant wachsenden Wirtschaft niederschlagen. Die IPv4-Reserven sind in China nämlich fast aufgebraucht. Dies zeigt wiederum, wie stark die chinesische Wirtschaft gewachsen ist – trotz der Corona-Krise, die in China zumindest offenbar keine wirtschaftliche Krise war oder ist. Daher benötigt China jetzt recht schnell einen weit größeren Adressraum.

Zudem will China seine Pläne für die Smart Cities und das Internet of Things vorantreiben – Gesichtserkennung geht in China über alles und soll nun noch weitere Gestalt annehmen. Da stellt sich für Außenstehende die Frage, ob denn diese staatliche Verordnung auch eingehalten werden kann? Dabei hat die chinesische Führung die Pläne schon lange auf dem Tisch und gibt erst jetzt den Startschuss – mit teils doch unrealen Auflagen und Forderungen an die Unternehmen und auch die sonstigen Betreiber von Mobilfunk und Wirtschaft.

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